Archiv für März, 2015

Zeitlupe

Veröffentlicht: 23. März 2015 in Allgemein
Schlagwörter:, , , , ,

Das soll eine Schreibweise einer Geschichte sein. Ähh… Zeitlupe schreiben? Bitte was? Also, mir wird das grade erzählt, dass das die Erzählung von einer Situation ist, die nur wenige Minuten dauert, einem aber eeeewig lange vorkommt, da Gefühle wie Angst, Aufregung und Panik hinzukommen. Die Schreibweise soll genau diese Gefühle beim Leser erzeugen, so dass dieser so richtig der Situation mitfühlen und mitfiebern kann. Ist das alles? Naja das kann ja nun nicht so schwer sein, oder?

Ein dunkler Personenwagen fuhr frontal gegen ein Motorrad, welches sich nun neigte. Es kippte, langsam, ganz langsam und der Fahrer schwebte etwas über dem Motorrad, während das Motorrad weiter kippte. Es dauerte noch eine Weile, bis das Motorrad auf der Straße lag, um dann langsam, wie von einer Geisterhand getragen, sich etwas aufzurichten und anschließend auf die andere Straßenseite zuschwebte. Der Fahrer befand sich noch immer in der Luft, aber jetzt über dem Kühler des Autos. Behutsam fiel er nun in Richtung des Kühlers. Er landete seitlich auf dem Blech, das nun immer tiefer eingedrückt wurde. Auf dem Blech rutschend bewegte er sich in Richtung Frontscheibe, erreichte sie, beulte sie ein und tausend kleine Risse bildeten sich in der Scheibe. Aber was ist das? Er erhob sich nun bis zur Höhe meines Kopfes, flog in die Richtung, aus der er gekommen war, befand sich jetzt weit vor dem Auto, schwebte dem Straßenbelag zu, erreichte ihn prallte auf und blieb gekrümmt liegen. Immer noch stand ich, völlig versteinert auf dem Mittelstreifen, als Passanten bereits zu der Frau liefen. Der Fahrer des Autos, auch völlig geschockt stand neben mir, als er leise sagte: „Ich habe alles wie in einer Zeitlupe erlebt.“

Joooaa, geht so. Ist nicht perfekt… aber es ist wohl eine Zeitlupengeschichte *kicher* natürlich fehlt das komplette drum herum,. denn laut Deutschbuch werden in dieser Kurzgeschichte besondere Stilmittel verwendet:

  • eine überraschende Wende (Pointe) zum Schluss,
  • dieUmgangssprache in den direkten Reden,
  • eine Zeitlupenschilderung am Höhepunkt,
  • eine Gegenüberstellung mit einer Schwarz-Weiß-Malerei

Wikipedia sagt dazu:

Die Zeitlupe (auch unter dem Anglizismus Slow Motion, engl. ‚langsame Bewegung‘ oder als Akronym Slomo, bekannt) ist eine in der Filmtechnik und Computersimulation angewandte Methode, die Bewegungsabläufe verlangsamt darstellt. (Zeitlupe)

Das erscheint mir nicht ganz das zu sein, was das Deutschbuch uns hier weismachen will, also habe ich weiter geforscht und bin auf den sogenannten Sekundenstil aus der Literatur gestoßen. Darüber weiß Wikipedia ähnliches zu erzählen, wie das, was das Deutschbuch da erzählt.

Sekundenstil ist die Bezeichnung für eine in der epischen Dichtung des Naturalismus erstmals entwickelte Technik, deren Ziel die volle Deckungsgleichheit von Erzählzeit und erzählter Zeit war.

In erzählender Weise werden kleinste Bewegungen, Geräusche und optische Eindrücke zeitgetreu (sekundenweise) dargestellt. Jedes noch so banale Detail wird geradezu protokollarisch festgehalten, um beispielsweise dem natürlichen Sprechen möglichst nahe zukommen: Stottern, Stammeln, Dialekt, Ausrufe, unvollständige Sätze, Atempausen, Nebengeräusche… So entsteht eine starke Annäherung zwischen der äußeren und der inneren Wirklichkeit und das Erzählte wirkt unmittelbarer und authentischer. Der Sekundenstil ist somit ein Schreibstil, der eine filmisch-dokumentarische Atmosphäre erzeugt und sich z. B. für die Darstellung eines Milieus besonders eignet. (Sekundenstil)

Ahhh, jaaa genau das war gemeint und gesucht. Warum machen dann die Österreicher in ihrem Deutschbuch aus dem Sekundenstil die Zeitlupe, wo das eine doch eine Filmtechnik und das andere die Schreibweise ist. Ganz eindeutig verwirrend. Oder aber ich bin nur verwirrt, was auch nichts neues wäre. Na, jedenfalls hätten wir das also jetzt aufgeklärt. Sekundenstil hätte mir mehr gesagt, als die bloße Aussage von Max „Wir müssen ’nen Text in Zeitlupe schreiben.“. Ähhh ok, also gaaaaaaaaaaanz langsam Buchstabe für Buchstabe schreiben? *kicher*

Jedenfalls bin ich jetzt deutlich schlauer als zuvor. Ihr auch? Na hoffentlich.

 

Vor langer Zeit entdeckten einige Bewohner der Erde unbekannte Wesen am Himmel. Niemand, nicht einmal die Götter wussten etwas. Einer Legende nach waren es die Raben, doch bestätigen konnte dies niemand. Scharenweise flogen sie nach Nordwesten. Dort, so erzählte die Legende, sollte sich Hrafnaguds Tal befinden. Der Instinkt der Raben trieb sie dort hin, als sei die Zeit reif für etwas neues. Die Raben die ankamen stellten fest, sie waren nicht allein. Sie waren viele und doch eins. Sie waren eine Gemeinschaft. Gemeinsam zogen sie los, erlebten Abenteuer und stellten sich vielen Herausforderungen. Aus Bekanntschaften wurden Freunde, aus Freunden wurde eine Familie. Die Raben wurden bekannt durch ihre Taten und ihr stolzes auftreten. Es war eine glückliche und schöne Zeit, doch sie sollte nicht lange währen. Hass, Ärger, Groll, Neid … auch die Raben waren nicht davor gefeit. Die Blütezeit der Raben ging zugrunde, Raben starben, schuldige wurden gesucht und die Zwistigkeiten nahmen kein Ende mehr.

So geschah es, dass die verbliebenen Raben ihre letzten Runden drehten, untertauchten und verschwanden. Fortan galten die Raben als ein Symbol der Trauer, denn jedes Lebewesen empfand Trauer ob des Schicksals der Raben. Sie waren für lange Zeit nicht mehr gesehen. Im Laufe der Jahre gerieten die Raben in Vergessenheit und was nicht hätte verloren gehen dürfen, ging verloren.

Doch gab es in den entlegensten Winkeln der Welt noch Raben. In einer großen Höhle trafen sie durch Zufall zusammen. Doch war es wirklich Zufall?
Es waren einige der älteren, die sich noch an früher erinnerten. Sie wollten sich nicht mit dem Schicksal abfinden. Ihr Plan war es, die Raben wieder zu vereinen und erneut ans Licht zu führen. Sie trennten sich, um nach den weit auf der Welt verstreuten Raben zu suchen, sie zu finden und zu überzeugen. Der Weg war hart, denn die Suche gestaltete sich schwerer als gedacht, doch am Ende sollten sie erfolgreich sein.

Mehr und mehr Raben sammeln sich. Bewohner der Erde deuten auf schwarze Schatten die über sie hinweg fliegen. Sie wissen nichts über diese Schatten, doch die ältesten Bewohner erinnern sich. Troubadoure werden aus geschickt um den anderen davon zu berichten.
So fliegen am Abend, tief über die Erde, Scharen von mächtigen Raben. Lautlos wie Geheimnisse, wie Gedanken die sich im Zwielicht mehren. Begraben sind Hass und Groll vergangener Zeiten. Viele sind gekommen doch was hält das Schicksal für uns bereit? Worauf müssen wir gefasst sein? Die Raben verkörperten Trauer, doch nun scheint die Zeit gekommen…
Und so beginnt ein neues und womöglich das größte Abenteuer der Raben.

© by ShadowKiri 2009

Uhhh, schwieriges, kompliziertes und auch gefährliches Thema. Schnell fühlt sich jemand benachteiligt, vergessen oder schlecht behandelt. Aber darum geht es eigentlich gar nicht. Denn Kinder sind da gar nicht so. Der eine kommt eben aus Bulgarien, der nächste aus Serbien und wieder ein anderer sogar aus Frankreich. Es sind so viele Sprachen und Nationalitäten die Aufeinandertreffen und die Erwachsenen haben nichts besseres zu tun, als über Ausländer und andere Religion zu diskutieren, wer darf an was glauben und wer nur welche Sprache sprechen.

Aber warum kann es nicht so „einfach“ wie im Kindergarten unter Kindern funktionieren. Wo man bloß neugierig ist auf das, was der andere kann und weiß, aber gleichzeitig etwas anderes aber ähnliches zum besten geben kann. Ich habe heute einfach mal angefangen Flaggen zu malen. Die, von denen ich wusste wie sie aussehen und vor allem in welcher Reihenfolge die Farben alle sind. Das ist gar nicht so einfach, vor allem wenn man sich nicht ganz sicher ist. Polen, Österreich haben weiß und rot, Russland, Serbien, England, Frankreich, Norwegen, Niederlande, Nordkorea, Kuba haben rot, blau und weiß, Deutschland mit schwarz, rot, gold und und und…. damit könnte ich nun ewig so weiter machen. Was also macht man eigentlich mit sooooo vielen verschiedenen Nationalitäten auf einem Haufen.

Naja, man lernt wie an diesem Tag beispielsweise die Flagge der anderen kennen. Deutschland, Österreich, Polen, Frankreich, Serbien, Albanien, Ägypten, Türkei, Tschechien, Spanien, England, Russland, Bulgarien, Italien, Lappland, Schweden. Alle diese Flaggen habe ich heute mit den Kindern gemalt. Eigentlich wollte ich sie nur beschäftigen. Doch irgendwie wurde daraus ein Spiel. Wer kommt woher? Welche Sprache spricht derjenige außer deutsch noch und warum heißt das Land eigentlich anders als die Sprache. Bei Österreich und österreichisch und Deutschland und deutsch ist es ja noch einfach. Aber man spricht ja kein frankreichisch, sondern französisch und es gibt auch weder ein lappländisch, ein türkeiisch noch ein serbienisch. Das heißt ja alles ganz anders. Lappland ist schwer, dort spricht man nicht etwa nur eine Sprache. Nein, da sind es gleich 4 oder 5 Sprachen. Nämlich finnisch, norwegisch, schwedisch und natürlich noch nord – samisch. Dann wäre da noch türkisch statt türkeiisch und serbisch statt serbienisch usw.

Jedenfalls sind wir zu dem Schluss gekommen, dass das ein urcooles Thema ist. Die Kinder jedenfalls waren begeistert. 2 Flaggen haben sich aus Spaß dazu gesellt. Die Flagge von Lappland und die von Schweden. Die Kinder entdeckten in den Flaggen Dreiecke, Rechtecke, Streifen, Rauten, Kreise, Symbole, Tiere und Pflanzen. Aber woher kommen die Flaggen eigentlich? Wer hat sie sich ausgedacht. Teilweise finden sich ja seltsame Symbole auf Flaggen. Also haben wir mal gesucht, wer etwas über Flaggen weiß. Und tatsächlich. Es gab ein Kind, das wusste zu erzählen, dass Flaggen ihren Ursprung in den „Schilden“ der Ritter haben. Damals gab es auch Herolde, welche diese Schilder alle kennen mussten. Später wurden daraus Banner und wieder später Flaggen. Die einzelnen Länder der Welt haben Nationalflaggen. In der Schifffahrt sind Flaggen die Möglichkeit zur Kommunikation von Schiff zu Schiff mit dem Flaggenalphabet und der Winkersprache.

Sprachen, Nationalitäten, Flaggen… auf was man nicht alles kommt im Kindergarten, wenn Kinder mal nicht wissen wohin mit sich. Vielleicht kann ich es ja an einem anderen Nachmittag mal einbauen, dass die Kinder die Flaggen mal ausmalen können. Die aus deren Länder ihre Eltern / Familie kommt und auch die der anderen.

Du strahlst

Veröffentlicht: 19. März 2015 in Allgemein
Schlagwörter:, , , , ,

Jemand sagte mir heute, ich würde strahlen. Aber heißt strahlen nicht eigentlich glücklich sein und übers ganze Gesicht strahlen? Dachte ich erst. Doch dann wurde mir klar, das ein ganz anderes Strahlen gemeint war. Das Strahlen des Herzens.

Wie man bei anderen Menschen ankommt. Durch Worte, Aktionen, Handlung oder sonst was. Natürlich ist das im Chat ziemlich begrenzt, doch auch da scheint es zu funktionieren. Da ist mir wieder ein „Gedicht“ eingefallen, welches ich einmal auf einer Postkarte gelesen habe und nun auf Lapona wieder gefunden habe.

Es gibt Menschen die strahlen etwas Wunderbares aus.
Es lässt sich nicht einfach beschreiben,
aber man sieht ihnen ins Gesicht und man lächelt.

Einfach So.

Diese Menschen tragen etwas Wundervolles in sich
Es lässt sich nicht anfassen, aber du fühlst es
Wenn du dich diesen Menschen näherst.

Ganz Vertraut.

Es ist wie ein Licht. Ein Licht, dass von innen heraus
zu strahlen scheint. Es sind Menschen mit viel Licht im Herzen.
Und wer weiß, auch Träume können wahr werden…

Er nannte es bunt, farbenfroh. Auch sagte er, dass andere eher schwarz / weiß erscheinen in ihren Worten und Aktionen im Chat. Dabei ist das einzige Geheimnis dahinter, dass ich bloß einfach nur ich selbst versuche zu sein. Mehr ist es nicht. Oder doch? Vielleicht muss man auch den Mut zu dem Schritt haben „einfach“ man selbst zu sein. Zu sagen, was man denkt, was einem durch den Kopf geht und alles, was man nicht versteht, zu hinterfragen. Vielleicht auch Selbstvertrauen? Ich weiß es nicht. Im Chat ist es nur ein kleiner Schritt. Das ganze im realen Leben umzusetzen noch mal ein ganz anderer. Doch auch das kann funktionieren. Man muss es nur wollen.

Was ich mit dem post sagen will? Ich weiß es nicht, es ging mir nur gerade aktuell durch den Kopf und wollte raus. Und dafür kann ich meinen Blog ja verwenden. Solche Dinge wollen einfach erzählt werden.

Magie der Zeit

Veröffentlicht: 18. März 2015 in Gedichte
Schlagwörter:, , , , ,