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Der Tod

Veröffentlicht: 4. April 2015 in Allgemein
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Memento

Vor meinem eignen Tod ist mir nicht bang,
Nur vor dem Tod derer, die mir nah sind.
Wie soll ich leben, wenn sie nicht mehr da sind ?

Allein im Nebel tast ich todentlang
Und laß mich willig in das Dunkel treiben.
Das Gehen schmerzt nicht halb so wie das Bleiben.

Der weiß es wohl, dem gleiches widerfuhr;
– Und die es trugen, mögen mir vergeben.
Bedenkt: den eignen Tod, den stirbt man nur,
Doch mit dem Tod der andern muß man leben.

  © Mascha Kaleko

Der Tod… er begleitet uns, verletzt uns, tut weh. Doch zum Leben gehört das sterben dazu. Etwas das lebt, stirbt irgendwann. Manche Menschen oder Tiere begleiten uns einen Teil des Weges, dann verlassen sie uns wieder. Für manche endet der Weg dann und auch das Leben. Dann gehen sie auf die letzte Reise. Die Reise ohne Wiederkehr. Wohin man ihnen erst folgen kann, wenn der eigene Weg zu Ende ist.

Doch warum? Warum bleiben wir zurück? Man sagt immer, der arme Mensch der gestorben ist. Aber, dem ist es jetzt, wo er Tod ist ja relativ egal, oder nicht? Er ist schließlich schon weiter gegangen. Ein Sprichwort sagt „Bedaure nicht die Toten. Bedaure die Lebenden!“

Es gibt eine Geschichte. Von Wasserkäfern und Libellen. Ich glaube, wir sind diese Wasserkäfer und die Menschen die die letzte Reise bereits angetreten haben sind die Libellen. Sie können nicht mehr zurück und wir können ihnen erst folgen, wenn unsere Zeit gekommen ist. Vorher müssen wir damit Leben, dass sie fort sind. Freunde, Verwandte…. Geliebte Menschen die einfach fort sind. Aus verschiedenen Gründen kommt der Tod. Krankheit, Alter, manchmal sogar weil derjenige den Tod gewählt hat, statt zu Leben.

R.I.P. Jeremy J. Ich hoffe du hast jetzt Frieden gefunden. Leb wohl.

Leider ist der Verfasser Unbekannt. Ich habe diese Geschichte auf vielen Seiten gefunden, doch stets fehlt der Verfasser oder es steht darunter: Verfasser unbekannt. Doch ich finde diese Geschichte wundervoll und möchte sie an meine Mitmenschen weiter geben. Lieber Verfasser der Geschichte, solltest du sie hier finden, melde dich. Ich werde dann unverzüglich dein Copyright darunter geben.

Die Geschichte von den Wasserkäfern und der Libelle …

Am Boden eines kleines ruhigen Teiches lebte eine Gemeinschaft von Wasserkäfern. Es war eine zufriedene Gemeinschaft, die dort im Halbdunkel lebte und damit beschäftigt war, über den Schlamm am Boden des Teiches hin und her zu laufen und nach etwas Nahrung zu suchen.

Immer wieder bemerkten die Wasserkäfer jedoch, dass der eine oder andere von ihnen anscheinend das Interesse daran verlor, bei ihnen zu bleiben. Er klammerte sich dann an einen Stängel einer Teichrose und kroch langsam daran empor bis er verschwunden war. Dann wurde er nie wieder gesehen.

Eines Tages, als dies wieder geschah, sagten die Wasserkäfer zueinander: “Da klettert wieder einer unserer Freunde den Stängel empor. Wohin mag er wohl gehen?”

Aber obwohl sie genau zuschauten, entschwand auch dieses Mal der Freund schließlich aus ihren Augen. Die Zurückgebliebenen warteten noch eine lange Zeit, aber er kam nicht zurück.
“Ist das nicht merkwürdig?”, sagte der erste Wasserkäfer.
“War er denn hier nicht glücklich bei uns?”, fragte der zweite.
“Wo er jetzt wohl ist?”,  wunderte sich der dritte.
Keiner wusste eine Antwort. Sie standen vor einem Rätsel. Schließlich berief der Älteste der Käfer eine Versammlung ein. “Ich habe eine Idee”, sagte er. “Der Nächste, der von uns den Teichrosenstängel empor klettert, muss versprechen, dass er zurückkommt und uns erzählt, wohin er gegangen ist und warum.” “Wir versprechen es”, sagten alle feierlich.

Nicht lange danach an einem Frühlingstag, bemerkte genau der Wasserkäfer, der den Vorschlag gemacht hatte, dass er dabei war, den Teichrosenstängel empor zu klettern. Höher und immer höher kletterte er. Und dann, noch bevor er wusste, was ihm geschah, durchbrach er die Wasseroberfläche und fiel auf ein großes, grünes Teichrosenblatt.

Als der Wasserkäfer wieder zu sich kam, blickte er verwundert um sich. Er konnte nicht glauben, was er da sah. Alles war ganz anders und auch sein Körper schien auf merkwürdige Art verändert. Als er ihn neugierig zu betrachten begann, fiel sein Blick auf vier glitzernde Flügel und einen langen Hinterleib, die nun anscheinend zu ihm gehörten. Noch während er sich über seine ungewohnte Form wunderte, spürte er ein Drängen, die Flügel zu bewegen. Er gab dem Drängen nach, bewegte seine Flügel – und plötzlich, ohne zu wissen wie, befand er sich in der Luft.

Der Wasserkäfer war eine Libelle geworden. Auf und ab, in engen und großen Kreisen, bewegte sich die neugeborene Libelle durch die Luft. Sie fühlte sich wunderbar in diesem so ganz andersartigen Element. Nach einiger Zeit ließ sie sich auf einem Blatt zum Ausruhen nieder.

In diesem Moment sah die Libelle hinunter ins Wasser. Und da waren ihre alten Freunde, die anderen Wasserkäfer, die hin und her liefen am Boden des Teiches. Jetzt erinnerte sich die Libelle an ihr Versprechen.

Ohne lange zu überlegen, stürzte sich die Libelle hinab, um ihren alten Freunden zu berichten. Aber sie prallte an der Oberfläche des Wasser ab.

“Ich kann nicht zurück.” sagte sie traurig. “Zwar habe ich es versucht, aber ich kann mein Versprechen nicht halten. Und selbst wenn ich zurückkönnte, kein einziger meiner Freunde würde mich in meinem neuen Körper erkennen.”
Und nach einigem Nachdenken wurde ihr klar: “Ich muss wohl warten, bis sie ebenfalls Libellen geworden sind. Dann wissen sie selbst, was mir widerfahren ist und wohin ich gegangen bin.”

Und damit flog die Libelle glücklich empor, in ihre wunderbare neue Welt aus Licht und Luft.