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Freundschaft

Veröffentlicht: 28. September 2015 in Allgemein
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Was ist das eigentlich, diese Freundschaft? Was macht sie mit uns? Freundschaft hat etwas mit Symphatie und Vertrauen zu tun.

Es gibt noch die Unterscheidung Freunde und Bekannte, enge Freunde, gute Freunde, beste Freunde. Aber ab wann ist man was? Gibt es dafür überhaupt eine feste Definition? Ich glaube, das sich das von Mensch zu Mensch unterscheidet. Für die einen sind Freunde Menschen die immer lieb und nett sind, nie schlecht drauf und immer gute Laune verbreiten, für andere wiederum ist ein Freund ein Mensch mit dem man über alles reden kann, über Gott und die Welt, über lustige und ernste Themen, mit dem man sich auch mal streiten kann, ohne das die gesamte Freundschaft danach tot ist. Wo man mal ausfällig werden kann wo auch der andere mal ausfällig werden kann. Dem man auch mal sagen kann „Du, es reicht jetzt.“ ohne das daraus eine Feindschaft entsteht oder man gleich auf ignore steht. Freunde schleppen die Kisten beim Umzug (und beim nächsten Umzug und beim übernächsten Umzug). Sie hören sich Beziehungsprobleme und Zukunftssorgen an. Klar ist: Freunde müssen einiges aushalten.

Freundschaft ist eine Tür zwischen zwei Menschen. Sie kann manchmal knarren, sie kann klemmen, aber sie ist nie verschlossen. Es sei denn, diese Freundschaft wird schnell wegen eines Streites weggeworfen. Aber war es dann überhaupt eine echte wahre Freundschaft? Wenn sie so leicht einfach beendet wird? Ein Gedicht sagt, „Sag niemals nie“. Der letzte Absatz „Niemand ist Deiner Tränen wert, derjenige, der sie wert ist, wird Dich niemals zum Weinen bringen.“

Aber lässt man den Menschen, der einem wehtut, dann auch einfach gehen? Grübelt man nicht eher Ewigkeiten noch über das „Warum?“ nach? Und über die Frage, warum dieser Mensch die Freundschaft wegen eines kleinen Streites oder einer Meinungsverschiedenheit über Bord wirft, die Tür zuknallt, ohne nach dem Grund zu fragen. War es wirklich so wenig? War die Freundschaft so wenig wert?

Über Tage, Wochen, Monate entstand aus einem Kontakt eine Bekanntschaft, man lernte sich kennen, fand Gemeinsamkeiten und Gegensätze, aus einer Bekanntschaft wurde eine Freundschaft, mit viel Spaß und netten Gesprächen. Nie fiel ein böses Wort. Dann, der erste Streit, und alles soll vorbei sein? Die Tür die mit viel Arbeit geöffnet wurde ist einfach wieder zu? War alles umsonst?

Ich habe keine Antworten auf all diese Fragen. Auf meiner Suche nach der Frage „Was ist Freundschaft?“ fand ich das Gedicht „Baum der Freundschaft“ von dem südamerikanischen Missionar Paul Montes, welches er in Venezuela schrieb. Einen Teil davon zitiere ich hier:

Es gibt Menschen in unserem Leben,
die uns glücklich machen,
nur weil wir sie getroffen haben.
Manche davon begleiten uns
ein Stück weit durch das Leben,
manchmal Monate- oder jahrelang,
andere treffen wir zufällig
zwischen einzelnen Schritten.
Freunde nennen wir sie alle,
doch sind sie Freunde auf unterschiedliche Art.

Freundschaft ist eben Freundschaft. Sie ist wichtig.  Es reicht ein Wort, um einen Menschen zum Weinen zu bringen, aber es braucht 1000 Worte, um die Tränen wieder zu trocknen! Tut ein Freund einem andern weh, ist Freundschaft zumindestens bei mir erst mal nicht möglich. Ich verzeihe nicht so einfach einen Freundschaftsbruch.

Leb wohl, Raven. Es war trotz aller Unterschiede eine interessante und schöne Freundschaft.

Es kommt ein Zeitpunkt in deinem Leben
an dem du realisierst, wer dir wichtig ist,
wer es nie war und wer es immer sein wird.
Also, mach dir keine Gedanken über die Menschen
aus deiner Vergangenheit, denn es gibt einen Grund,
warum sie es nicht in deine Zukunft geschafft haben.

(Verfasser unbekannt)

Uhhh, schwieriges, kompliziertes und auch gefährliches Thema. Schnell fühlt sich jemand benachteiligt, vergessen oder schlecht behandelt. Aber darum geht es eigentlich gar nicht. Denn Kinder sind da gar nicht so. Der eine kommt eben aus Bulgarien, der nächste aus Serbien und wieder ein anderer sogar aus Frankreich. Es sind so viele Sprachen und Nationalitäten die Aufeinandertreffen und die Erwachsenen haben nichts besseres zu tun, als über Ausländer und andere Religion zu diskutieren, wer darf an was glauben und wer nur welche Sprache sprechen.

Aber warum kann es nicht so „einfach“ wie im Kindergarten unter Kindern funktionieren. Wo man bloß neugierig ist auf das, was der andere kann und weiß, aber gleichzeitig etwas anderes aber ähnliches zum besten geben kann. Ich habe heute einfach mal angefangen Flaggen zu malen. Die, von denen ich wusste wie sie aussehen und vor allem in welcher Reihenfolge die Farben alle sind. Das ist gar nicht so einfach, vor allem wenn man sich nicht ganz sicher ist. Polen, Österreich haben weiß und rot, Russland, Serbien, England, Frankreich, Norwegen, Niederlande, Nordkorea, Kuba haben rot, blau und weiß, Deutschland mit schwarz, rot, gold und und und…. damit könnte ich nun ewig so weiter machen. Was also macht man eigentlich mit sooooo vielen verschiedenen Nationalitäten auf einem Haufen.

Naja, man lernt wie an diesem Tag beispielsweise die Flagge der anderen kennen. Deutschland, Österreich, Polen, Frankreich, Serbien, Albanien, Ägypten, Türkei, Tschechien, Spanien, England, Russland, Bulgarien, Italien, Lappland, Schweden. Alle diese Flaggen habe ich heute mit den Kindern gemalt. Eigentlich wollte ich sie nur beschäftigen. Doch irgendwie wurde daraus ein Spiel. Wer kommt woher? Welche Sprache spricht derjenige außer deutsch noch und warum heißt das Land eigentlich anders als die Sprache. Bei Österreich und österreichisch und Deutschland und deutsch ist es ja noch einfach. Aber man spricht ja kein frankreichisch, sondern französisch und es gibt auch weder ein lappländisch, ein türkeiisch noch ein serbienisch. Das heißt ja alles ganz anders. Lappland ist schwer, dort spricht man nicht etwa nur eine Sprache. Nein, da sind es gleich 4 oder 5 Sprachen. Nämlich finnisch, norwegisch, schwedisch und natürlich noch nord – samisch. Dann wäre da noch türkisch statt türkeiisch und serbisch statt serbienisch usw.

Jedenfalls sind wir zu dem Schluss gekommen, dass das ein urcooles Thema ist. Die Kinder jedenfalls waren begeistert. 2 Flaggen haben sich aus Spaß dazu gesellt. Die Flagge von Lappland und die von Schweden. Die Kinder entdeckten in den Flaggen Dreiecke, Rechtecke, Streifen, Rauten, Kreise, Symbole, Tiere und Pflanzen. Aber woher kommen die Flaggen eigentlich? Wer hat sie sich ausgedacht. Teilweise finden sich ja seltsame Symbole auf Flaggen. Also haben wir mal gesucht, wer etwas über Flaggen weiß. Und tatsächlich. Es gab ein Kind, das wusste zu erzählen, dass Flaggen ihren Ursprung in den „Schilden“ der Ritter haben. Damals gab es auch Herolde, welche diese Schilder alle kennen mussten. Später wurden daraus Banner und wieder später Flaggen. Die einzelnen Länder der Welt haben Nationalflaggen. In der Schifffahrt sind Flaggen die Möglichkeit zur Kommunikation von Schiff zu Schiff mit dem Flaggenalphabet und der Winkersprache.

Sprachen, Nationalitäten, Flaggen… auf was man nicht alles kommt im Kindergarten, wenn Kinder mal nicht wissen wohin mit sich. Vielleicht kann ich es ja an einem anderen Nachmittag mal einbauen, dass die Kinder die Flaggen mal ausmalen können. Die aus deren Länder ihre Eltern / Familie kommt und auch die der anderen.