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Vor langer Zeit entdeckten einige Bewohner der Erde unbekannte Wesen am Himmel. Niemand, nicht einmal die Götter wussten etwas. Einer Legende nach waren es die Raben, doch bestätigen konnte dies niemand. Scharenweise flogen sie nach Nordwesten. Dort, so erzählte die Legende, sollte sich Hrafnaguds Tal befinden. Der Instinkt der Raben trieb sie dort hin, als sei die Zeit reif für etwas neues. Die Raben die ankamen stellten fest, sie waren nicht allein. Sie waren viele und doch eins. Sie waren eine Gemeinschaft. Gemeinsam zogen sie los, erlebten Abenteuer und stellten sich vielen Herausforderungen. Aus Bekanntschaften wurden Freunde, aus Freunden wurde eine Familie. Die Raben wurden bekannt durch ihre Taten und ihr stolzes auftreten. Es war eine glückliche und schöne Zeit, doch sie sollte nicht lange währen. Hass, Ärger, Groll, Neid … auch die Raben waren nicht davor gefeit. Die Blütezeit der Raben ging zugrunde, Raben starben, schuldige wurden gesucht und die Zwistigkeiten nahmen kein Ende mehr.

So geschah es, dass die verbliebenen Raben ihre letzten Runden drehten, untertauchten und verschwanden. Fortan galten die Raben als ein Symbol der Trauer, denn jedes Lebewesen empfand Trauer ob des Schicksals der Raben. Sie waren für lange Zeit nicht mehr gesehen. Im Laufe der Jahre gerieten die Raben in Vergessenheit und was nicht hätte verloren gehen dürfen, ging verloren.

Doch gab es in den entlegensten Winkeln der Welt noch Raben. In einer großen Höhle trafen sie durch Zufall zusammen. Doch war es wirklich Zufall?
Es waren einige der älteren, die sich noch an früher erinnerten. Sie wollten sich nicht mit dem Schicksal abfinden. Ihr Plan war es, die Raben wieder zu vereinen und erneut ans Licht zu führen. Sie trennten sich, um nach den weit auf der Welt verstreuten Raben zu suchen, sie zu finden und zu überzeugen. Der Weg war hart, denn die Suche gestaltete sich schwerer als gedacht, doch am Ende sollten sie erfolgreich sein.

Mehr und mehr Raben sammeln sich. Bewohner der Erde deuten auf schwarze Schatten die über sie hinweg fliegen. Sie wissen nichts über diese Schatten, doch die ältesten Bewohner erinnern sich. Troubadoure werden aus geschickt um den anderen davon zu berichten.
So fliegen am Abend, tief über die Erde, Scharen von mächtigen Raben. Lautlos wie Geheimnisse, wie Gedanken die sich im Zwielicht mehren. Begraben sind Hass und Groll vergangener Zeiten. Viele sind gekommen doch was hält das Schicksal für uns bereit? Worauf müssen wir gefasst sein? Die Raben verkörperten Trauer, doch nun scheint die Zeit gekommen…
Und so beginnt ein neues und womöglich das größte Abenteuer der Raben.

© by ShadowKiri 2009

Ein neuer Anfang

Veröffentlicht: 18. März 2015 in Gedichte
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Mal wieder wird es Frühling. Die Sonne hat bereits richtig viel Kraft und auch diese dösige Winterstimmung, die sich dem grau in grau recht schnell angepasst hatte, schwindet langsam aber sicher. Auch damals habe ich etwas geschrieben. Über einen neuen Anfang. Im Grunde ist der Frühling auch wieder ein Anfang, die Erde erwacht, der Winter zieht sich zurück und die Sonne wärmt alles auf. Blumen beginnen zu blühen, alles wird grün und so nach und nach erwachen auch die Menschen aus dem Wintertrott und es werden wieder mehr auf der Straße. Die Straßenbahn fährt leer an den vielen Menschen, die sich dazu entschlossen haben, das Wetter für einen Spaziergang zu nutzen, vorbei.

Ein neuer Anfang

Trüb ist der Gedankenfluss,
Die Seele kalt verletzt.
Eiskalt ist des Winters Kuss,
Ein Frühlingshauch die Seele benetzt.

Leben in mir neu Erwacht,
Wärme die kälte verjagt,
Frühlingshafte Farbenpracht,
Schluss mit dem was mich nur plagt.

Ich sehnte die Vergangenheit,
Da die Zukunft so erschreckend,
Verplemperte viel Zeit,
Die Gegenwart dadurch bedrückend.

Zurück gab mir der Sonnenschein,
Was ich längst verloren dacht,
Lebensfreude löste ab den Stein,
So wie der Tag die Nacht.

Wenn ich´s erst mal hab gerafft,
Das Zukunft neues verspricht,
Dann ist der erste Schritt geschafft,
Die Gegenwart nicht in Trauer zerbricht.

Ohne Freude wär das Leben,
Tot wie Blumen ohne Wasser,
Doch in Liebe und Genuss wir schweben,
Mit Freunden ists viel besser.

©ShadowKiri